Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

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I G (Ä) L
INTERESSENGEMEINSCHAFT (ÄLTERER) LANGSTRECKENLÄUFER
- Die Geschichte unseres Verbandes -

Eine Serie von Günter Scharf und Gusthelm Schläbitz

 

10. Teil: Agieren und reagieren

1992 - Der Vorstand bemühte sich, die Pläne der IGL zu verwirklichen, die da waren: Intensivierung der Zusammenarbeit der Breiten- und Seniorensport fördernden Verbände und Organisationen, Installierung des Jugend- und Schülercups, Förderung und Stärkung des IGL-Stützpunktnetzes. Es fand erneut ein Treffen der Vertreter des DLV, DVLÄ, Roadrunner´s Club, Berliner Laufclubs, Rennsteiglaufvereins, Läuferbundes, DUV und der IGL statt. Die Zusammenkunft ergab, dass das schwer zu lösende Hauptproblem in der föderalen Struktur des DLV lag, denn selbst wenn die Teilnehmer des Treffens einen Dachverband gegründet hätten (und diese Möglichkeit war durchaus gegeben), hätte bei jedem Leichtathletiklandesverband ein Vertreter installiert werden müssen. Deren Tätigkeit aber zu koordinieren, erschien nur schwer möglich, weil die Struktur und Arbeitsweise der einzelnen Landesverbände sich unterschieden und weil die Landesverbände in Sachen Senioren- und Breitensport ihre sorgsam gehüteten eigenen Wege gingen. Die IGL ernannte einen Sonderbeauftragten (Heinz Spies), diese Sache weiter zu verfolgen. Der Jugend- und Schülercup der IGL beruhte auf einer Idee des Hanauer Organisators und Ultraläufers Harry A. Arndt. Der Vorstand der IGL nahm die Idee auf, kam aber in der Durchsetzung nur langsam voran, weil diese Arbeit sehr zeitintensiv war. Ausgehend von dem Plan, den Cup in schon bestehende, attraktive Laufveranstaltungen einzubinden, bedurfte es vieler Einzelgespräche, eines umfangreichen Schriftverkehrs und der Genehmigungsgesuche an die jeweiligen Landesverbände. Abgesehen davon war noch die Sponsorensuche zu bewältigen. Die Förderung des Stützpunktleiternetzes wurde durch persönliche Ansprache des Vorstandes (des Sonderbeauftragten) und Unterstützung der eigenen Veranstaltungen geleistet. Die geplante Berichterstattung zu diesem Thema kam nicht durchgehend zustande. Das Verhältnis der IGL zu den Vereinigten Fachverlagen (VFV) geriet unter Druck, weil die Arbeit des IGL-Redakteurs rigoros beschnitten wurde (Halbierung der Bezüge/Einschränkung der IGL-eigenen Berichterstattung). Gleichzeitig aber teilte der Verlag seine Absicht mit, die Preisschraube für das Magazin auf DM 3,50 anzuziehen. Gespräche mit den VFV waren somit zu suchen. Die Jahreshauptversammlung verlief ohne bemerkenswerte Beschlüsse, die Einführung eines 5er-Mannschaftswettbewerbs als IGL-spezifische Variante ließ sich zäh an, da eine finanzielle Förderung nicht zu leisten war. Erfreuliche Tatsache: Achtzig Neuanmeldungen wurden bis Mitte März registriert. Die Aktivitäten der IGL: Ausdauersportwoche Arolsen, Arthur-Lambert-Gedenklauf in Wittenberg anlässlich der 700-Jahr-Feier, Reise an die Algarve/Portugal, auf Teneriffa traf sich - mit steigender Teilnehmerzahl - auf privater Basis die "Schweinebucht- und Affenfelsen-Fraktion".

1993 - Die Bewegungen in der IGL und die Bemühungen des Vorstandes zeigten Wirkungen: Die Idee des Schüler- und Jugendcups fand mehr und mehr interessierte Veranstalter. Mit Heinz Spies setzt der Vorstand einen Sonderbeauftragten dafür ein, nachdem Udo Lohrengel, der den Cup bisher gefördert hatte, aus beruflichen Gründen zurücktreten musste. Die Zusammenarbeit zwischen dem Rennsteiglaufverein, dem DVLÄ und der IGL wurde durch Gespräche weiter auf wirkungsvolle Möglichkeiten untersucht. Manfred Kuschel (Wittenberg) schlug die Einführung eines Arthur-Lambert-Cups vor (zunächst drei, später vier Wettbewerbe übers Jahr verteilt). Der Vorstand unterstützte den Plan. Auf Anregung von Kurt Radicke nahm die IGL Familienangehörige von Mitgliedern zu einem deutlich reduzierten Beitrag auf. Ebenfalls reduzierte sich der Teilnahmepreis an der Ausdauersportwoche in Arolsen für IGL´s um 50 Prozent. In Gang gesetzt wurde wieder eine Werbekampagne zum Gewinn neuer Mitglieder (über Krankenkassen, Laufseminare, Prospekte usw.). Die IGL-Teneriffa-Reisen wurden - mangels Zuspruch für die Gruppenreise - offiziell eingestellt. Die Jahreshauptversammlung bestätigte den amtierenden Vorstand in seinen Ämtern, ebenso die Berufung von Heinz Spies. Als Pressewart der IGL stellte der Vorstand Jürgen Sülzbrück (Chefredakteur Sport Spezial/condition) zur Wahl, mit der Absicht, ihn enger in die IGL-Arbeit einzubinden, um so die IGL-Belange im Magazin deutlicher machen zu können. Die Versammlung gab auch dazu ihre Zustimmung. Ebenso wurde die Jahreshauptversammlung gebeten, die 1991 beschlossene und dann wieder ausgesetzte Beitragserhöhung nunmehr in Kraft zu setzen, wobei der Beitrag der Mitglieder in den neuen Bundesländern nicht betroffen sein sollte. Das Plenum folgte dem Vorstand. Angenommen wurde auch eine Resolution, die energisch gegen einen Vorschlag des 96. Deutschen Ärztetages Stellung nahm. Die Medizinerversammlung hatte vorgeschlagen, neben Paragleitern und Extremsportlern auch die Langstreckenläufer beitragsmäßig als "Risiko-Patienten" einzustufen, was die Ausdauersportler in eine Klasse mit Rauchern, alkoholabhängigen und tablettensüchtigen Beitragszahlern gebracht hätte. In Wittenberg war im Mai die dortige "Kampfbahn des Friedens" in "Arthur-Lambert-Stadion" umbenannt worden. Eine von der IGL gestiftete Bronzetafel weist seitdem auf die Verdienste des langjährigen IGL-Präsidenten und Ausnahmesportlers hin. Das Stadion befand sich zu der Zeit in einem schlechten Zustand. Um der Stadt bei der Beschaffung von erforderlichen Mitteln zu helfen, schlug die IGL die Gründung einer Stiftung vor. Die komplizierte Rechts- und komplexe Finanzlage ließen dieses Projekt scheitern. Der Arthur-Lambert-Gedächtnislauf wurde im September vom Wittenberger Leichtathletik-Kreisausschuss und der IGL veranstaltet. Fünf Wochen später organisierte Manfred Kuschel einen weiteren Arthur-Lambert-Lauf mit dem ESV Wittenberg. Hier begann sich abzuzeichnen, dass der ESV Wittenberg diesen Lauf in eigener Regie durchführen wollte. Die VFV kündigen zum Jahresende dem Pressewart der IGL und Chefredakteur Jürgen Sülzbrück und setzen Stefan Höhle als seinen Nachfolger ein, ohne - wie der Vertrag es vorsah - den IGL-Vorstand zu verständigen, geschweige denn zu konsultieren. Dabei war schon 1993 das Titelblatt geändert worden: Unter dem kleinen Logo "Sport Spezial" stand groß und ins Auge springend condition. Dieser Name erwies sich selbst für die Manager der VFV als attraktiver.

(v.l.: Georg Reinmuth, Peter Bayer, Heinz Spies, Ina Wester, Gusthelm Schläbitz, Elisabeth Reinmuth, Jürgen R. Sülzbrück)

1994 - Mit Anfang des Jahres wurde der Titel des VFV/IGL-Magazins erneut geändert. Das Logo "Sport Spezial" verschwand. Der Name condition war wieder alleiniger Titel. Aus der VFV-Direktion wurde signalisiert, dass das Magazin defizitär bleibe. Das Ende der Zusammenarbeit VFV/IGL begann sich damit abzuzeichnen, obwohl sich die Zusammenarbeit mit dem neuen Redakteur vertrauensvoll gestaltete. Auch die ständigen Werbebemühungen sowohl der IGL als auch diesbezügliche Unterstützung seitens der VFV änderte daran wenig. Bedingt durch die Kündigung seitens der VFV hatte der IGL-Pressewart seine Arbeit eingestellt und die Gründe dem Vorstand erläutert. Er beschloss für 1995 seinen Rücktritt. Das Amt wurde vom Vorstand zunächst gemeinsam weitergeführt. Der IGL-Jugend- und Schülercup hatte sich vielversprechend weiterentwickelt und weckte Sponsoreninteressen. Zwar gab es mit einigen Veranstaltern Schwierigkeiten, was den Gesamteindruck aber wenig beeinträchtigte. Die Idee des Arthur-Lambert-Cups wurde von Manfred Kuschel und dem IGL-Vorstand unter Mitwirkung von Hanny Lambert weiterverfolgt. Für 1995 erschien der Start realistisch. Zum Arthur-Lambert-Gedenklauf gab es Meinungsverschiedenheiten: Hanny Lambert stellte den Antrag, dass der Arthur-Lambert-Lauf nur in Wittenberg stattfinden und der ESV Wittenberg als Alleinveranstalter fungieren solle, da sie sich durch die Stadt Wittenberg nicht genügend unterstützt fühlte. Der Vorsitzende vertrat dagegen den Standpunkt, dass dieser Wettbewerb jährlich den Ort wechseln könne (innerhalb der IGL-Stützpunkte), oder aber abwechselnd zwischen Wittenberg und den Stützpunkten alternieren möge. Die Zusammenarbeit zwischen dem Rennsteiglaufverein und der IGL nahm Gestalt an: Geplant wurde gegenseitige Mitgliedschaft (juristische Person), sowie Freiplätze und geringere Startgebühren für IGL-Mitglieder beim Rennsteiglauf. Im Oktober feierte der DLV in großem Rahmen in Dortmund das 20-jährige Bestehen der Lauftreffs. Eingeladen waren auch Vertreter der IGL, war doch die Lauftreff-Idee zum ersten Mal auf einer IGL-Vorstandssitzung 1973 zur Sprache gekommen. Ina Wester, die bei diesem Gespräch dabei war, die ersten Lauftreff-Pläne von Enzio Busche mit entwarf, sowie Sinn und Zweck des Lauftreffs mit formulierte, führte die IGL-Delegation in Dortmund an, wo die Verdienste der IGL um den Lauftreff gebührende Erwähnung fanden.

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