Die Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer e.V.
 

 

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I G (Ä) L
INTERESSENGEMEINSCHAFT (ÄLTERER) LANGSTRECKENLÄUFER
- Die Geschichte unseres Verbandes -

Eine Serie von Günter Scharf und Gusthelm Schläbitz

 

11. Teil: Auf dem Weg ins nächste Jahrtausend

1995 - Es gelang dem Schatzmeister (Georg Reinmuth), die finanzielle Lage der IGL zu stabilisieren. So konnten die IGL-Aktivitäten wieder unterstützt werden, wie der Schüler/Jugendcup, der an Zuspruch gewann, von Heinz Spies intensiv betreut wurde, und der dadurch auf Sponsoreninteresse stieß. Die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden konzentrierte sich mehr und mehr auf den Rennsteiglaufverein und den DVLÄ. Am 02. Februar unterzeichneten die Vorsitzenden des Rennsteiglaufvereins und der IGL in feierlichem Rahmen einen Vertrag, in dem die gegenseitige Unterstützung der beiden Verbände im Interesse des Senioren- und Breitensports festgeschrieben worden war. Planungen für gemeinsame Projekte waren im Gespräch. Zu Vorstandssitzungen wurde jeweils ein Vertreter des anderen Verbandes eingeladen. Der DVLÄ stellte den Wissenschaftlichen Beirat der IGL. Der Arthur-Lambert-Cup gelangte zur Durchführung. Der Wittenberger Organisator Manfred Kuschel übernahm die Gesamtleitung. Die Ausdauersportwoche in Bad Arolsen war zwar wieder der Mittelpunkt der IGL-Veranstaltungen, zeigte aber keine steigenden Teilnehmerzahlen. Es wurde eine breitgefächerte Werbekampagne gestartet. Die Arbeit der Stützpunktleiter setzte erfreuliche Akzente. Leipzig (Ingrid Tröger), Hachenburg (Albert Denter), aber vor allem Viernheim (Kurt Radicke, Alice Martin). Drei neue Stützpunkte kamen hinzu: Bad Freienwalde (Peter Grönebaum), Lage/Lippe (Horst Römer), Bremen (Heinz Spies) und Rothenkirchen (Jonny Dörnbrak). Der Vorstand beschloss nun, die Stützpunktleiter mit einer jährlichen Unkostenpauschale zu unterstützen. Auf der Jahreshauptversammlung in Bad Arolsen trat Ina Wester als stellv. Vorsitzende zurück, blieb aber im erweiterten Vorstand als Sonderbeauftragte für Frauenfragen. Diese Funktion führte der Vorstand neu ein, um den weiblichen IGL-Mitgliedern (10 %) eine spezielle Ansprechpartnerin zu geben. Neu in den Vorstand wurde Jonny Dörnbrak (Rothenkirchen/Sachsen) gewählt, um den Mitgliedern aus den neuen Bundesländern gerecht zu werden. Neu im Vorstand war auch Heinz Spies, der zusätzlich zur Organisation des IGL-Schüler/Jugendcups noch das Amt des Pressewarts übernahm. Im übrigen wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt.

1996 - Breiten Raum in der IGL-Arbeit nahm der Schüler/Jugendcup ein. Die Teilnehmerzahlen stiegen rapide. In die Planung wurde die Idee aufgenommen, diesen Cup-Wettberwerb mit einem jährlichen Bundesfinale abzuschließen. Dazu müsste dann aber noch ein massives Sponsoring sichergestellt werden. Heinz Spies kündigte zu den Vorstandsneuwahlen 1997 seinen Rücktritt vom Amt des IGL-Pressewartes an. Die Zusammenarbeit mit den VF-Verlagen verlief nicht wunschgemäß, und der Schüler/Jugendcup verlangte mehr und mehr Zeitaufwand. Die Kontakte zum Rennsteiglaufverein, dem DVLÄ und dem DLV wurden weiter verfolgt. An den Tagungen der DLV-Senioren- und Breitensportwarte nahm ein IGL-Vertreter teil. Der Vorstand plante, die IGL als Mitglied in den DLV zu bringen, was aber nach seiner föderalen Struktur nur über einen der Landesverbände möglich war. Im Falle der IGL war das der Landesverband Nordrhein (LVN). Der Vorstand versprach sich von einer solchen Mitgliedschaft verstärkte Präsenz und Einflussnahme. Der Rennsteiglaufverein änderte seine Organisationsform. Er teilte sich in eine GmbH (zur Abwicklung der kommerziellen Seite) und in den "e.V.-Teil". Dadurch ergaben sich erhebliche personelle Änderungen, die die Zusammenarbeit mit der IGL zum Erliegen brachten. Die IGL untersuchte ihre Altersstruktur. Dabei ergab sich, dass die Altersklasse der Jahrgänge 35 - 39 am stärksten vertreten war, gefolgt von der AK der Jahrgänge 40 - 44. Im Gespräch zwischen der Stadt Bad Arolsen und der IGL war schon in früheren Jahren, ein Museum einzurichten, um der Geschichte des ausdauernden Laufens ein Zentrum zu geben. Werner Sonntag hatte bereits in den 70er Jahren den Vorschlag zu einem Laufmuseum gemacht. Seine Überlegungen, Gedanken und seine Konzeption dazu legte er in der September-Ausgabe 1994 von Runner´s World der Öffentlichkeit vor. Die Stadt Bad Arolsen wollte nun den Plan weiterverfolgen. Räumlichkeiten in der Kurverwaltung wurden vorgeschlagen, und die Stadt wünschte sich, dem Museum den Namen des Dr. Ernst van Aaken zu geben, weil die Stadt dem Langlaufpionier Dank schulde, der Bad Arolsen und die Umgebung als ideales Trainingsgebiet bezeichnet hatte. Die Räumlichkeiten waren zu dieser Zeit noch nicht frei. Außerdem erhob sich in der IGL Widerspruch gegen die Namensgebung. Ohne Arthur Lamberts Unterstützung habe van Aaken diese seine Wirkung nicht erzielen können. Auf der JHV meldete sich Günter Scharf zu Wort, der an der Sporthochschule in Köln zusammen mit Dr. Karl Lennartz eine Chronologie des Langstreckenlaufs erstellt hatte. Während dieser Arbeit wurden die für die Geschichte der IG(Ä)L relevanten Fakten zusammengefasst. Er regte die Erstellung einer IGL-Chronik an. Plenum und Vorstand diskutierten darüber mit dem Ergebnis, dass der Beschluss gefasst wurde, Günter Scharf zu beauftragen, das Archiv der IG(Ä)L zu übernehmen und zu ordnen, um so zusätzliches Material zu gewinnen, damit die Geschichte der IG(Ä)L geschrieben werden könne. Das war der Beginn der Arbeit an dieser Chronik, aber auch der Beginn interner Streitigkeiten. Der Chronist und der damalige Pressewart waren verschiedener Meinung über die Form, in der die Chronik erscheinen sollte. Daraus entwickelten sich Streitigkeiten, die - immer weiter ausufernd - die Vorstandsarbeit der IGL bis heute in nicht unerheblichem Maße behindert.

1997 - Die IGL wurde durch die Vermittlung von Fritz von Beesten (Ratingen) Mitglied im Landesverband Nordrhein, wurde dort freundlich aufgenommen und erhielt Sitz und Stimme im Beirat. Mit dem DVLÄ wurde ein Plan erörtert, jedem Stützpunkt einen sportmedizinischen Berater aus den Reihen des DVLÄ zuzuordnen. Der DVLÄ konnte diesem Plan nicht zustimmen, weil die Zulassungsordnung sowie der Ständeordnung der Ärzte dagegen zu sprechen schienen. Der Schüler/Jugendcup verzeichnete weiteren Zulauf. In Frankfurt/M rückte ein Bundesfinale in Reichweite. Sponsoren standen allerdings noch nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung, aber darauf konnte und sollte bis zum geplanten Termin (August 1998) noch hingearbeitet werden. Die Bundesregierung plante im Zuge einer Neuordnung der Steuern, Sportvereine verstärkt zur Kasse zu bitten und die Übungsleiterpauschale zu streichen. Die IGL bewährte sich in diesem Falle als Lobbyist. Der Vorstand wandte sich schriftlich an den Vorsitzenden des betreffenden Bundestagsausschusses, Peter Rauen, sowie an die Bundestagsabgeordneten der Wahlkreise, in denen IGL-Vorstandsmitglieder und Sonderbeauftragte der IGL ihren Wohnsitz hatten. Die Übungsleiterpauschale blieb erhalten, eine weitergehende Besteuerung der Sportvereine unterblieb. Ausdauersportwoche: Die Stadt Bad Arolsen beschloss einen Struktur- und Personalwechsel. Für die Sportwoche sollte nicht mehr der Kur- und Verkehrsverein zuständig sein, sondern das Sportamt. Die Stadt machte deutlich, dass sie von der IGL eine stärkere Kostenbeteiligung erwartete. Der Vorstand erwog, die Ausdauersportwoche an einen anderen Ort zu verlegen. Bad Marienberg/Westerwald kam ins Gespräch. Die Stadt, die über ein Europäisches Tagungszentrum verfügt, plante im Zuge ihrer Weiterentwicklung auf den Sportsektor zu setzen. Erste Kontaktgespräche ergaben, dass man gerne die Ausdauersportwoche ausrichten würde. Außerdem stand man der Einrichtung eines van-Aaken-Museums, einer europäischen Laufschule sowie dem Aufbau einer europäischen Trainerakademie aufgeschlossen gegenüber, weil man zu der Zeit mit Fördermitteln aus Brüssel rechnete. Die Fördermittel flossen nicht wie erwartet, die Mitgliedschaft der IGL konnte sich für Bad Marienberg nicht erwärmen. Immerhin entstand damals der Therapeutische IGL-Stützpunkt mit einer IGL-Laufschule unter der Leitung von Martin Well. Auf der JHV wählte das Plenum Heinz Spies als stellv. Vorsitzenden und Pressewart in den Vorstand. Jonny Dörnbrak war aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Die übrigen Funktionsträger wurden in ihren Ämtern bestätigt. Sonderbeauftragte für den Schüler/Jugendcup wurde Ingrid Spies. In Sachen condition nahm die Entwicklung einen unerquicklichen Verlauf. Die VF-Verlage wiesen auf die roten Zahlen hin, die die condition dem Verlag brachte. Man plante eine Kostensenkung durch Reduzierung der Seitenzahl und Einstellung der Einlage "Newsletter". Dann schlugen die VFV vor, die condition mit Runners world" zu fusionieren. Außerdem verlangte das Management eine nicht unerhebliche Nachzahlung für 1996. Der Vorstand lehnte ab. Die Fusion mit "Runners world" hätte bedeutet, dass der Titel condition vom Markt verschwunden wäre, ferner, dass die Abonnentenliste des Magazins, sowie das Mitgliederregister der IGL in den Besitz der "Runners-world"-Verleger gelangt wären. Daraufhin kündigten die VFV den Vertrag mit der IGL und drohten an, die Ausgabe 11-12/97 nicht erscheinen zu lassen, wenn die IGL die finanziellen Forderungen der VFV nicht erfülle. Nun wurde ein Rechtsstreit unabwendbar. Die IGL stand nunmehr vor der Frage, ob sie ihr Magazin in Eigenregie oder wieder mit einem Partner herausgeben solle. November und Dezember waren mit Verhandlungen und der Prüfung diverser Angebote ausgefüllt. Zusätzlich machte der spärliche Mitgliederzuwachs dem Vorstand Sorgen. Der Vorsitzende brachte die Überlegung ein, bei weiter sinkenden Mitgliederzahlen (die Abgänge waren höher als die Zugänge) die IGL aufzulösen. Die IGL wurde elektronisiert. Ein Computer hielt Einzug in die Geschäftsstelle.

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